Ferienbetreuung in der Verbandsgemeinde-Oppenheim
Nachfolgend eine Zusammenfassung von Luisa über den Besuch von Frau Zinnet Peken, die ihre Kindheit als halb-seßhaftes Nomadenkind in der Türkei verbracht hat und heute als Erzieherin in Frankfurt lebt.
Der Nomadentag

Dienstag, der 10.07.2007.
Der zweite Tag in der ersten Woche der Ferienbetreuung Nierstein-Oppenheim.
In einem Raum steht ein großes, blaues Zelt. Innen liegen Kissen und gewebte Teppiche. Eine Frau in einem langen Gewand und einem orientalischen Hut sitzt dort.
Sie ist eine Hirtennomadin, wurde in einem Zelt zur Welt gebracht.
Wie es nach der Geburt eines Kindes bei den Nomaden so aussieht, hat sie uns erzählt:
Dem Säugling wird eine Windel aus Stoff gefaltet. Um die Ausscheidungen des Kindes aufzufangen, wird verbrannte Erde in die Windel gestreut. Dann wird das Baby auf ein Kissen gelegt, mit einem Fell und einer Decke zugedeckt und sein Gesicht wird mit einem leichten Baumwolltuch bedeckt, damit es nicht sofort mit der Sonne konfrontiert wird.
Der Platz des Babys wird mit Salz von bösen Geistern gereinigt und dabei werden Glückwünsche für das neue Kind ausgesprochen.
Nach dem wir das alles wussten, durften wir mit Hilfe eines Stöckchens selbst eine Windel falten.
Später hat uns die Kurdin noch gezeigt, wie man Henna macht und mit uns getanzt.
Auch das Frühstück war nomadisch:
-Fladenbrot
-Schafskäse
-Oliven
Wissenswertes über die Nomaden
Essgewohnheiten:
Es gibt oft Fladenbrot und Schafskäse von den eigenen Schafen. Man wickelt den Schafskäse in das Fladenbrot ein.
Zu Anfang der Mahlzeiten sagen die Nomaden ,,bsmila“, was so viel heißt, wie ,,Guten Appetit“.
Religion:
Die Nomaden sind sehr naturverbunden, da sie auch ein bisschen von der Natur abhängen. Sie haben z.B. auch heilige Bäume, zu denen sie pilgern. Dem Baum, zu dem sie gepilgert sind, opfern sie dann etwas und sprechen danach einen Wunsch aus.
Die Nomaden haben also so eine Art Naturreligion.
Besonderheiten nach der Geburt eines Kindes:
Die Mutter und ihr Baby dürfen das Zelt 40 Tage nicht verlassen, um sich vor bösen Geistern zu schützen. Auch dürfen sie sich 40 Tage lang nicht waschen.
Tiere der Hirtennomaden:
Schafe und Pferde. Die Pferde tragen z.B. Lasten, aus der Wolle der Schafe werden Decken und Teppiche gewebt. Außerdem geben sie Milch, die man trinken oder aus der man Käse machen kann.
Henna:
Henna besteht aus Schwarzem Tee, Butter, und Hennapulver, das aus einer Pflanze gewonnen wird. Es dient als Schminke, man kann sich z.B. Tattoos damit machen. Mit Henna kann man sich aber auch die Haare färben.
Wenn man Henna zubereitet, ist es erst dunkelbraun, wie Schlamm, wird aber, nachdem es getrocknet ist, rot.
Süßigkeiten:
Süßigkeiten sind bei den Nomaden getrocknete Früchte, wie z.B. Maulbeeren oder Datteln.
