Feriencamp in Oppenheim
Ein internationales Jugendworkcamp des IJGD (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) hatte für drei Wochen seine Zelte erstmals in Oppenheim aufgeschlagen.

(von links nach rechts) Jan aus Tschechien, Irina aus Russland, Marketa aus Tschechien, Cheik aus Algerien, Loreain aus Spanien, Gabriele und Leva aus Litauen, Eugene aus der Ukraine, Nadege aus Frankreich, Pablo aus Spanien, Sascha aus Russland, Nabil (Gruppenleiter) aus Algerien
Die Workcamps sind ein Beitrag zum Frieden und zur Völkerverständigung. Solche Workcamps gibt es seit 1947 weltweit. Sie sind unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges entstanden. Gemeinsam leben, gemeinsam Spaß haben und nebenher noch etwas Gemeinnütziges tun lautet ihre Devise. Neben der Völkerverständigung geht es um soziales und ökologisches Lernen. Die ijgd-Workcamps sind selbst organisiert. Das bedeutet, dass alle TeilnehmerINNEN sich an der Gestaltung der Freizeit und der Bewältigung der Haushaltstätigkeiten beteiligen. Die Campsprache ist Englisch.
Fünf Stunden täglich arbeitete die Gruppe zunächst für das Grillhütten-Projekt der Gemeinschaft Oppenheimer Vereine und in der letzten Woche dann im Naturnahen Spielraum. Der letzte „Arbeitstag“ fiel buchstäblich ins Wasser, so dass sich die 12 jungen Studenten frühzeitig mit dem Packen und Aufräumen beschäftigen konnten.
Natürlich kam auch die kulturelle Freizeitgestaltung nicht zu kurz. Der Oppenheimer Bürger Herbert Huff ließ es sich nicht nehmen, mit den jungen Leuten (natürlich in englisch) einen Rundgang durch die Oppenheimer Altstadt zu unternehmen. Hierbei wurden auch die Katharinenkirche und die Burgruine Landskrone besichtigt
Ermöglicht wurde ihnen Seitens der Stadt Oppenheim auch der Besuch des historischen Untergrundes und des Weinbaumuseums.
Am Wochenende unternahmen sie Ausflüge nach Mainz, Frankfurt und Mannheim. Bei schönem Wetter waren sie sowohl in Oppenheim am Strandbad als auch mit Fahrrädern in der näheren Umgebung unterwegs.
Gekocht wurde täglich selbst, und zwar je nach Küchendienst landestypisch mit viel frischem Gemüse, Kartoffeln und Geflügel. Selbstverständlich mundete auch die Pizza vorzüglich.
Die rheinhessische Lebensart wurde den jungen Leuten aus der Fremde nicht nur auf den Weinfesten in Nierstein und Oppenheim nähergebracht.
Vielmehr die alltäglichen Begegnungen mit den Frauen der AWO, die selbstgebackenen Kuchen spendierten, den Männern vom Bauhof, die es sich auf dem Oppenheimer Weinfest nicht nehmen ließen „einen auszugeben“ oder auch das Ausleihen der Gitarre von Henriette Degünther taten ihr übriges, um aus Fremden Freunde werden zu lassen.
Erste Kontakte seitens Oppenheimer junger Erwachsener zum ijgd wurden bereits dahingehend geknüpft, dass man im nächsten Jahr auch mal an so einem Workcamp teilnehmen könnte. Denn nicht nur Nabil, der Campleiter, ist der Meinung, dass es eine Bereicherung ist, seine Ferien mit Menschen aus anderen Ländern zu verbringen.
Bürgermeister Penzer zeigt sich sehr erfreut, dass in der VG Nierstein-Oppenheim ein Internationales Jugendworkcamp zustande gekommen ist und bedankt sich bei all denen, die dieses Projekt organisiert und unterstützt haben.
